Mitgliederversammlung 2013

Im Kontext von Geschichte und Gegenwart

Die diesjährige Einladung des Vorsitzenden Sven Albrecht führte uns vom 31. Mai bis 01.Juni nach Döllnsee – Schorfheide. Die Unterbringung im Hotel - einem Haus mit wechselvoller Vergangenheit – war hervorragend organisiert und das Rahmenprogramm sowie die Fachvorträge fesselten die Zuhörer mit unzähligen Informationen aus Geschichte und Gegenwart.

Am Tag der Anreise unterbreitete Herr Metzke den Verbandsmitgliedern einen geschichtlichen Abriss über die Region und den Gebäudekomplex. Das 1935 fertig gestellte Haupthaus des heutigen Hotels diente zunächst als Gästehaus für Görings Jagdschloss Carin Hall. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es als Jugendherberge der FDJ, später als Gästehaus der DDR-Regierung genutzt, in Verbindung mit Namen wie Wilhelm Pieck oder Walter Ulbricht. In den 70iger Jahren, als Gästeresidenz des ZK der SED, wohnte dort u. a. Leonid Breschnjew. 1981 traf Erich Honecker dort den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Helmut Schmidt. Heute ist das Hotel eine Oase der Ruhe, eine Quelle des Wissens und der Inspiration für Kreative und solche wie uns als Seminarteilnehmer.

Auf einer kleinen Wanderung erkundeten wir landschaftlich wunderschöne Areal. Der Revierförster, Herr Vöcks, führte die Verbandsmitglieder durch die regennasse Flora und Fauna. Am Abend gab es ein reichhaltiges Abendbuffett mit anschließendem gemütlichen Beisammensein.

Herr M. Dehnert von der Interversicherung hielt am Samstag den ersten Vortag mit dem Thema „Altersarmut – Nein Danke“. Auf die Frage, wie man handeln könnte, um fallenden Renten und Versorgungslücken im Alter entgegenzuwirken gab er u. a. folgende Ratschläge:

  • eine individuelle Analyse zur Einkommenssituation in Kaufkraft von einem Vorsorgespezialisten des Vertrauens erstellen lassen
  • Anlagen der aktuellen Entwicklung am Finanzmarkt anpassen und eventuell neu strukturieren
  • Fördermöglichkeiten mit steuerlichen Begünstigungen checken
  • Beitragsentlastung der Krankenversicherung prüfen.

Es folgte der Vortrag von Herrn Werner E. Ablaß, Staatssekretär a. D. im Ministerium für Abrüstung und Verteidigung der DDR - ein absolutes Highlight des Verbandswochenendes. Spannend und kurzweilig gab er Auskunft und tiefere Einblicke als unmittelbar Beteiligter der Regierung de Maiziere an der Vorbereitung und Durchführung des Einigungsvertrages. Er war maßgeblich an den Verhandlungen über den Austritt der DDR aus dem Warschauer Vertrag beteiligt und berichtete aus seinem Blickwinkel über viele persönliche Kontakte mit bedeutenden Politikern in den politisch aufregenden Monaten vor der Deutschen Wiedervereinigung.

Bericht über die Mitgliederversammlung

Die ordentliche Mitgliederversammlung begann mit der Feststellung der Beschlussfähigkeit. Da diese mit 36 Mitgliedern nicht erreicht wurde, wurde laut Satzung die Versammlung geschlossen und daraufhin die neue Mitgliederversammlung eröffnet. Diese war dann mit den Stimmen der anwesenden Mitglieder beschlussfähig. Der Bericht unseres Vorsitzenden, Zahnarzt Sven Albrecht, gliederte sich in Brandenburg-, VNZ-spezifische und Bundesthemen. Unser federführender Verband in Vertreterversammlung und Kammerversammlung arbeitet reibungslos, insbesondere mit der Schwedter Gruppe, in den Ausschüssen mit den Kollegen zusammen. Die Verhandlungen mit den Krankenkassen verlaufen nach dem Reset des letzten Jahres und Gesetzesänderungen erwartungsgemäß eher schleppend. In der nächsten Legislaturperiode der VV der KZV LB werden sich aller Voraussicht nach Veränderungen in Leitung und Vorstand ergeben. Dafür gilt es in der nächsten Zeit die Weichen zu stellen, Konzepte zu erarbeiten, welche von einer möglichst breiten Mehrheit in der VV getragen werden. Auch für die Arbeit in der Kammerversammlung, in der unser Verband die Mehrheit stellt, müssen in den nächsten Jahren fähige Nachfolger für die ausscheidenden Kollegen gefunden werden. Das Nachwuchsproblem, Kollegen unter 40 Jahren zu gewinnen, zieht sich durch die gesamte Standespolitik.
Auch wenn unser Kammerpräsident sehr früh auf das Problem „Erhöhung des Kammerbeitrages“ hingewiesen hat, gab es einigen Wirbel. Die Wogen haben sich nach Gesprächen und Informationen unter den Kollegen geglättet.
Weitere Themen bezogen sich auf die Strukturveränderungen seit Inkrafttretens des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes und die Kongressschiffsreise. Bundespolitisch standen die Themen Patientenrechtegesetz und Bundestagswahlen im Vordergrund. Die Antworten der Parteien auf das Finanzierungsproblem des Gesundheitssystems rücken in Wahlzeiten wieder verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Bürgerversicherung (SPD) versus Solidarische Gesundheitsprämie (CDU) versus Privates Versicherungsmodell (FDP) und hinzukommend Konzept der Ärzte (Bundesärztekammer) lautet die Zusammenfassung. In der Diskussion nahmen die Verbandsmitglieder Stellung zu den o. g. Themen. Das Nachwuchsproblem, junge Kolleginnen und Kollegen für die Niederlassung in Brandenburg zu gewinnen, wurde besonders intensiv diskutiert.
Im Anschluss an die Diskussion und dem folgenden Bericht des Schatzmeisters, Dr. Michael Geuther, wurde der Vorstand einstimmig für das Geschäftsjahr 2012 entlastet. Ebenfalls einstimmig wurde auf einen Hinweis des Amtsgerichtes Potsdam hin einer redaktionellen Änderung der Satzung zugestimmt. Diese ist auf der Internetseite des VNZ nachzulesen. Die nächste Kongressschiffsreise hat mit bisher 80 Anmeldungen einen guten Zuspruch und die nächste Mitgliederversammlung 2014 wird voraussichtlich in Lutherstadt – Wittenberg stattfinden.

Dr. Toralf Best Frankfurt/ Oder

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