Was ist falsch und was ist richtig zur Rechnungsprüfung durch die Krankenkasse?

Richtig ist, dass alles immer teurer wird – Benzin, Heizöl, Lebensmittel, Bahnfahrten, Krankenkassenbeiträge… Richtig ist, dass die Zahnersatzrechnung dem Schicksal aller anderen Rechnungen  folgen muss.

Richtig ist, dass der Leistungskatalog der Krankenkassen kontinuierlich ausgedünnt wird, ohne dass der Krankenkassenbeitrag für Zahnersatz jemals zurückgenommen wurde.

Richtig ist, dass nicht mehr alle medizinisch notwendigen Leistungen von der Krankenkasse übernommen werden.

Richtig ist, dass der Eigenanteil an der Zahneratzrechung bei der Regelversorgung am Festzuschuss gebunden ist und nicht nach eigenem Ermessen erhöht oder gesenkt werden darf.

Richtig ist, dass die Abrechnung der Regelversorgung von hoch qualifizierten Mitarbeitern der Kassenzahnärztlichen Verwaltung und denen der Krankenkassen insgesamt zweimal geprüft wird, aber zu allererst vom mündigen Patienten. Mehr Überprüfung wäre die Inkarnation mielkischen Gedangenunguts.

Richtig ist, dass die geplante Versorgung von den Krankenkassen auf medizinische Indikation vor Behandlungsbeginn überprüft und gegebenenfalls begutachtet wird, bevor die Kostenübernahmeerklärung erteilt wird. Damit erkennt die Krankenkasse die Notwendigkeit der zahnmedizinisichen Versorgung an.

Richtig ist, dass Leistungen, die nicht notwendig sind, von der Leistungspflicht aller gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen sind.

Richtig ist, dass nur für diese Leistungen die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zur Anwendung kommt.

Richtig ist, dass die Vergütungshöhe der GOZ ohne Mitwirkung der Zahnärzte vom Bundesrat beraten und vom Bundestag beschlossen wird.

Richtig ist, dass die neue GOZ die alte GOZ erst nach 24 Jahren abgelöst hat.

Richtig ist, dass sich das Honorarvolumen seit 1988 erstmalig um 6% erhöht hat.

Richtig ist, dass sich die überwiegenden Positionen in der Honorarhöhe nicht verändert haben.

Richtig ist, dass die neue GOZ den Stand der zahnmedizinischen Innovationen widerspiegelt, zu der jeder gesetzliche Versicherte Zugriff hat, ohne seinen Festzuschuss zu verlieren, wie das zuvor ungerechterweise bei der prozentualen Beteiligung bis 2004 Fall war.

Falsch ist, dass die Krankenkassen eine gesetzlichen Auftrag zur Überprüfung der nicht notwendigen Leistungen haben, denn eben diese bezahlen die Krankenkasse nicht.

Falsch ist anzunehmen, dass die Krankenkassen in der Lage sind zusätzlich Millionen Privatrechnungen einer systemfremden Gebührenordnung, die der privaten Versicherer und Beihilfestellen, personell und qualitativ zu beherrschen ohne die Verwaltungskosten dramatisch und damit als logische Folge den Krankenkassenbeitrag zu erhöhen. Denn seit 2012 wird zur Kostendämpfung die Abrechnung zwischen den Zahnärzten über die Kassenzahnärztlichen Verwaltungen und den Krankenkassen papierlos - elektronisch durchgeführt.

Fasch ist die Behauptung der Krankenkassen, dass nicht genügend Geld für Versorgung der Patienten zur Verfügung steht. Anstatt die Wahrheit zu sagen, dass nicht alles, was möglich und wünschenswert ist, im Solidarsystem bezahlt werden kann, wollen sie die Versorgung der gesetzlich Versicherten nach dem Alles oder Nichtsprinzip wie vor 2005 nach Gutsherrenart wieder einschränken.

Richtig ist, dass die Krankenkassen einen Überschuss von 20.000.000.000.- EUR durch Misswirtschaft eingetrieben haben. Das ist das Geld der Beitragszahler, welches ohne Gegenleistung bei den Kassen bis jetzt angehäuft wurde und das nunmehr  mit Zins und Zinseszins das Vermögen der Krankenkassen täglich weiter erhöht.

Wenn die Krokodilstränen der gut bezahlten Chefs (ca. 300.000,- EUR/Jahr) der Krankenkassen echt sind, dann bestünde durchaus die Möglichkeit innerhalb einer Satzungsleistung den Festzuschussanteil zu erhöhen um dem Patienten einen niederen Eigenanteil zu ermöglichen, zumal es sich ja um sein unter Zwangsverwaltung der Krankenkasse stehendes eigens Geld handelt.

Dr. Klaus Markula